Nochmal, Tine!

Diese Woche ist wieder einmal (also „nochmal“ im doppelten Sinne 😉 ) Tine hier zu Gast. Ihren Beitrag zu #toomuchTV könnt ihr hier lesen. Danke, Tine, dass du wieder dabei bist!

Kannst du dich noch einmal kurz vorstellen?

Hi! Hier ist nochmal Tine mit einem weiteren Gastauftritt auf diesem schönen Blog. Ihr könnt mir auch auf Instagram folgen, wo es hauptsĂ€chlich Bilder von Essen, Katzen und Landschaft zu sehen gibt. 😉

 

Welche BĂŒcher hast du mehr als einmal gelesen und warum?

Beim Nachdenken habe ich festgestellt, dass es erstaunlich viele sind
So ziemlich alle KinderbĂŒcher zĂ€hlen dazu, die Bibel, und ganze Buchserien. Davon stelle ich euch hier drei nĂ€her vor.


Die Harry-Potter-Reihe

Sicherlich den meisten hinreichend aus Funk und Fernsehen bekannt. Ich habe ĂŒberlegt, was diese BĂŒcher fĂŒr mich so faszinierend macht.

Ich denke, einen großen Anteil daran haben die Freundschaften zwischen den Hauptcharakteren. Harry hat den Großteil seiner Kindheit unter UmstĂ€nden verbracht, die eindeutig den Tatbestand der KindeswohlgefĂ€hrdung erfĂŒllen. (Was macht das Jugendamt in Surrey eigentlich?!)

Ron steht immer im Schatten seiner Àlteren Geschwister. Hermine ist zwar super schlau, aber nicht so beliebt bei anderen Kindern.
Diese drei werden bald die besten Freunde – und diese Freundschaft hĂ€lt durch alle Höhen und Tiefen hindurch.

Dabei finde ich es toll, dass nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Sie streiten sich, sie sprechen auch mal mehrere Wochen nicht miteinander, es gibt Eifersucht und RivalitĂ€ten. Aber sie raufen sich immer wieder zusammen. Ich glaube nicht, dass Harry ohne seine Freunde so lange ĂŒberlebt hĂ€tte, geschweige denn Voldemort besiegt hĂ€tte.

Deshalb fand ich es besonders cool, zu sehen, dass sie knapp 20 Jahre spĂ€ter immer noch befreundet (bzw. Ron und Hermine verheiratet) sind. Nachzulesen in „Harry Potter und das verwunschene Kind“

Die Handlung ist auch gut, und die Sprache schön – aber die Freundschaften halten alles zusammen.


Terry Pratchett’s Scheibenwelt-Romane

Wo soll ich anfangen?

Terry Pratchett war ein Großmeister der Fantasy, ein KĂŒnstler des Wortwitz und jemand, der aktuelle Entwicklungen kritisch und scharfsinnig analysieren konnte. Und das dann alles noch unterhaltsam verpacken konnte…

Die Scheibenwelt ist eine Welt, in der Magie selbstverstĂ€ndlich zum Leben dazu gehört. Sie ist flach, ruht auf dem RĂŒcken von vier Elefanten, die wiederum auf Groß A-Tuin, der Weltraumschildkröte stehen. Es gibt Hexen, Zauberer, Golems, Trolle, Zwerge, Götter, Menschen und so ziemlich alle mythologischen Wesen auf dieser Welt.

Bis zum Ende seines Lebens hat Terry Pratchett 41 Romane geschrieben, die auf der Scheibenwelt spielen. Dabei gibt es bestimmte wiederkehrende Figuren oder Gruppen, z.B. die Hexen von Lancre, die Nachtwache, die Zauberer der Unsichtbaren UniversitÀt, und (sehr beliebt), den Tod.

Die Figuren sind sympathisch und lebensnah. Auch wenn sie sich in einer Fantasy-Welt bewegen, sind ihre Interaktionen doch zutiefst menschlich und nachvollziehbar.

Zwei der Scheibenwelt-Romane haben mich in besonderer Weise berĂŒhrt: Fliegende Fetzen und Weiberregiment. In beiden geht es um Krieg, Vorurteile und Hass, und auch wie diese ĂŒberwunden werden können.

Bei Terry Pratchett gibt es immer ein hoffnungsvolles Ende.
Zum Schluss noch ein Zitat aus dem Roman „Schweinsgalopp“ wo sich Tod mit seiner Enkelin Susanne unterhĂ€lt:

Susanne: Du hast gesagt, die Menschen brauchen Phantasie, um das Leben ĂŒberhaupt zu ertragen.
Tod: Nein, die Menschen brauchen Phantasie, um menschlich zu sein. Um den Platz zu behaupten, an dem der fallende Engel dem aufstrebenden Affen begegnet.
Susanne: Mit Zahnfeen und SchneevÀtern?
Tod: Ja, zu Übung. Man muss damit anfangen, an die kleinen LĂŒgen zu glauben.
Susanne: Dann glauben wir auch an die großen?
Tod: Ja, Gerechtigkeit, Gnade, Pflicht. Solche Sachen. (
) Man muss an Dinge glauben, auch wenn sie nicht wahr sind. Wie sollten sie sonst wahr werden?


Falls Chance Ranch Serie

Dies ist eine Serie von englischen E-Books, die man kostenlos herunterladen und lesen kann. Es gibt inzwischen fĂŒnf Romane und diverse Kurzgeschichten, und die Autoren schreiben stĂ€ndig weiter (sehr zur Freude der Fans).

Der erste Roman (Falls Chance Ranch) handelt von einem jungen genialen Problemanalytiker namens Dale, der einen sehr heftigen Burnout erlebt, und danach auf die „Falls Chance Ranch“ kommt.

Es ist eine Farm in Wyoming, auf der Pferde, Rinder und Schafe gezĂŒchtet werden. Außerdem bietet sie eine sehr exklusive Therapie fĂŒr einzelne FĂŒhrungskrĂ€fte aus der Wirtschaft an, die unter Burnout oder Ă€hnlichem leiden. Der Alltag auf der Farm, klare Tagesstrukturen, gutes Essen, frische Luft und viel Bewegung helfen dabei, wieder einen guten Rhythmus zu finden.

Dale ist am Anfang nur darauf fokussiert, möglichst schnell wieder „funktionstĂŒchtig“ zu werden, um in seinen Beruf zurĂŒckzukehren. Aber im Laufe der Zeit merkt er, dass er nicht immer nur funktionieren muss, dass er auch seine eigenen BedĂŒrfnisse und WĂŒnsche wahrnehmen und ernst nehmen darf.

Ich habe diese BĂŒcher entdeckt, als meine Depression auf ihrem tiefsten Punkt war. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ich langsam wieder aus dem Tal heraus gekommen bin.

Ich habe mich in vielen Punkten wieder gefunden, was teilweise schmerzhaft war, aber sehr heilsam.

Alle Figuren dieser Serie sind so lebensnah und wunderbar gezeichnet, dass ich das GefĂŒhl habe, alte Bekannte wieder zu treffen, wenn ich die BĂŒcher wieder aufschlage.

Ich hab alle BĂŒcher mindestens zwei mal gelesen, einzelne Kapitel auch sehr viel hĂ€ufiger. Sie sind immer wieder ein Ort der Zuflucht und Neuorientierung fĂŒr mich, vor allem wenn mir alles ĂŒber den Kopf wĂ€chst.

Ich empfehle diese BĂŒcher sehr, wenn euch jedoch Themen wie psychische Krankheiten, Kindheitstraumata oder HomosexualitĂ€t zu heftig sind, sind sie wahrscheinlich nicht das Richtige fĂŒr euch.

Nochmal, Hendrik!

Heute ist Hendrik hier zu Gast, der schon in unserer Abi-Zeit deutlich mehr gelesen hat als ich und Schuld daran war, dass ich auch in Terry Pratchett oder auch Douglas Adams reingelesen habe. Danke, dass du uns an deinem Doppellesen teilhaben lÀsst!

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Linguist, Leseratte und (PC)-Spieler.

 

Welche BĂŒcher hast du mehr als einmal gelesen und warum?


Praktisch alles was mir gefiel. Um das ganze fĂŒr diese Reihe im Rahmen zu halten beschrĂ€nke ich mich auf einen Titel von einem Autoren den ich fĂŒr vergleichsweise unbekannt halte:

„The Wasp Factory“ (dt. Die Wespenfabrik) von Iain Banks

Das Buch hat eine verstörende AtmosphÀre, und schafft es diese aufrecht zu erhalten, obwohl die inneren GedankengÀnge des Protagonisten beschrieben werden. Die Krone wird dem ganzen mit dem Ende aufgesetzt, und trotz meiner Kenntnis des Endes war es auch beim 2ten Lesedurchgang (im englischen Original) immer noch interessant.

Iain Banks, mit Sci-Fi-markierendem M. in der Mitte (Iain M. Banks), hat außerdem die „Culture“- oder „Kultur“-Reihe geschrieben – eine Sammlung unabhĂ€ngiger Romane innerhalb desselben Universums (literarisch und wortwörtlich), wobei zwischen einzelnen Romanen teils hunderte von Jahren, und zwischen dem ersten und letzten sogar mehrere tausend Jahre liegen. Die Entwicklung einer post-humanen Zivilisation, in Ausschnitten gezeigt am Leben einzelner (jeweils in einzelnen Romanen) und im großen Ganzen ĂŒber die Beobachtungen die diese Protagonisten ĂŒber ihre Zivilisation machen.
Vergleichbar darin ist es mit Frank Herberts Dune und der Foundation Serie von Isaac Asimov (Welche ich ebenfalls in dt. und englisch, d.h. zweifach gelesen habe).

Nochmal, Tobi!

Nach den GesprĂ€chen zu den #toomuchTV-BeitrĂ€gen, kamen meine Schwester und ich auf die Idee, dass so etwas Ähnliches mit BĂŒchern auch sehr interessant sein könnte. Nur der nicht wirklich positive Ansatz von „Was ich alles nicht schaffe…“ hat uns nicht ganz gefallen. Aber, was wĂ€re denn mit einer Art Gegenteil davon?
Aus dieser Frage ist die Idee fĂŒr diesen Eintrag (und vielleicht folgende von anderen Menschen gekommen): Welche BĂŒcher hast du mehr als einmal gelesen und warum?

In einer Zeit, in der niemand mehr Zeit fĂŒr irgendetwas zu haben scheint und in der wir eine Masse an Material fĂŒr unseren Konsum zur Auswahl haben ist es doch sicher eine spannende Frage, welche BĂŒcher eine Person so gut findet, dass sie sie mehr als einmal liest. Ich bin mal gespannt, ob ich auch hierfĂŒr noch ein paar Personen gewinnen kann, die bereit sind, diese Frage hier zu beantworten.
Jetzt aber genug der Vorrede. Los geht’s:

Welche BĂŒcher hast du mehr als einmal gelesen und warum?


„The Martian“ von Andy Weir (2014)

Fast der gesamte Roman ist aus der Sicht von Mark Watney, dem „Marsianer“, geschrieben, was einen gleich viel mehr in diese spannende Geschichte hineinzieht. Dass Watney einen richtig guten Humor hat (bzw. natĂŒrlich Andy Weir) hilft sicher auch dabei. Ich habe vor allem ihn als Charakter genossen und wollte mit dem Astronauten dieses Abenteuer einfach noch einmal erleben.