Sunday unplugged

Seit einigen Wochen probiere ich etwas Neues: einen „Sunday unplugged“.

Inspiriert hat mich die Aussage eines Marburger Juden, der den Sabbat (Freitagabend bis Samstagabend) als einen Tag sieht, an dem der Stecker (Telefon, TV, Computer, …) gezogen wird.

Jetzt bin ich nun einmal kein Jude oder Adventist und der Sabbat spielt für mich eine eher geringere Rolle, aber die Funktion des Sabbats auf den Sonntag zu übertragen und damit mein Leben etwas „langsamer“ zu leben, das schien mir doch wenigstens einen Versuch wert zu sein.

Und wie sieht so ein „Sunday unplugged“ aus?

1) Er geht von 18.00 am Samstag bis 18.00 am Sonntag.

2) Das Handy/Telefon wird nicht genutzt.

3) Der iPod wird nur zum Wecken benutzt.

4) Das MacBook ist aus.

5) Die Familie und Freunde stehen im Vordergrund (widerspricht manchmal Punkt 2, aber das ist nicht schlimm).

6) Ich habe Zeit zum Lesen.

7) Ich habe mehr Zeit für meinen Gott.

8) Punkt 1-7 sind keine Gesetze und dürfen/sollen auch ggf. „gebrochen“ werden.

Und was habe ich von diesem besonderen Sonntag?

– Ich verbringe die Zeit mit meiner Frau bewusster.

– Ich komme dazu lange und ausführlich in der Bibel zu lesen.

– Ich lese viel mehr in Zeitschriften/Büchern.

– Ich fühle mich ruhig und relaxed.

Die Herausforderungen, die dabei für mich bleiben sind:

– Nicht sofort um 18.00 wieder den Computer anschmeißen und alles nachholen, was ich „verpasst“ habe.

– Nicht in „Gesetzlichkeit“ verfallen, weil es sonst ein Krampf wird.

– Die Zeit wirklich nutzen und nicht den Sonntag so „dahin dümpeln“ lassen.

Ob der „Sunday unplugged“ wirklich das hält, was er für mich verspricht, das werde ich wohl erst in ein paar Monaten sagen können. Im Moment tut er mir einfach nur gut.

2 Comments

  1. Habe von dem Rabbi im Buch „ich bin dann mal Offline“ gelesen. Habe Ähnliches auch schon versucht. Finde es tatsächlich schwierig mich zwischen Gesetzlichkeit und Disziplin zurechtzufinden.
    Inzwischen bin ich so weit dass ich noch manchmal dran denke wenn ich am Wochenende den Rechner hochfahre.
    Versuche seit zwei Wochen einen Abend pro Woche ohne Rechner zu haben und es ist interessant was in der Zeig passiert (lesen, zeichnen usw.): Die Zeit fühlte sich bisher jedes mal als „sinnvoll genutzt“ an. Das kann ich von Abenden vor dem Laptop so nicht behaupten. (okay die sind auch in der Überzahl…)

    Wie geht’s Dir inzwischen damit?

  2. Wenn ich es schaffe, dann ist es immer sehr entspannend und schön. Leider merke ich, dass ich immer wieder verpeile, den Rechner auszumachen oder irgendwie keine Lust habe. Meistens ärgere ich mich allerdings im Nachhinein und bin dann wieder motiviert für den nächsten Sonntag.
    Das ganze einfach mal mit einem Abend in der Woche zu probieren ist auch eine sehr gute Idee, danke für die Inspiration.

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