Wofür Evernote?

Evernote ist ein geniales Programm. Man kann darin Notizen anlegen, Checklisten schreiben, PDFs oder Bilder ablegen und vieles mehr. Alle Dokumente werden zwischen allen möglichen Plattformen (Mac, Windows, iOS, Android, …) gesynct und sehen überall auch gleich aus.

Immer, wenn dieses Wunderwerk der heutigen Technik in Gesprächen auftaucht, höre ich auch von den meisten Gesprächspartnern eine Variation der folgenden Feststellung: „Ich finde die Funktionen auch klasse, aber ich weiß eigentlich gar nicht so richtig, wofür ich Evernote verwenden soll…“

Nachdem Michael Hyatt in einer Podcast-Episode letztens seine Verwendungsweisen für Evernote genannt hat, dachte ich, ich zähle auch einmal meine sieben besten (man macht heute ja Listen, oder?) Verwendungsweisen für Evernote auf.

1. Rezepte

Das Internet ist voller Rezepte und wir wollen immer wieder neue Dinge ausprobieren. Dafür haben meine Frau und ich ein geteiltes Notizbuch in Evernote angelegt, in das unsere Rezepte kommen. Sobald einer von uns über etwas stolpert, zieht er einfach die jeweilige PDF in das Notizbuch.
Das Rezept wird dann natürlich fein säuberlich mit Schlagworten versehen (vegetarisch, Hauptmahlzeit, WeightWatchers, Nachtisch, …), damit wir es schneller wieder finden. Wenn etwas richtig lecker war, dann bekommt es auch genau dieses Schlagwort zugewiesen.
Planen wir die Mahlzeiten für die Woche werden einfach die jeweiligen Rezepte als Favoriten gesichert.
Der besondere Clou: Beim Kochen rufen wir einfach Evernote auf dem iPad auf und können so das Rezept umweltschonend mit in die Küche bringen.

2. Wer hat was von mir ausgeliehen?

Wahrscheinlich kennt das jeder: Man möchte ein Buch lesen/einen Film schauen und muss feststellen, das an der dazugehörigen Stelle im Regal eine Lücke ist. Hatte dieses Buch jetzt Simone ausgeliehen oder haben wir es schon an Martina weiter gegeben? Liegt dieser Film noch bei Max oder war es doch Alex, der ihn wollte? Oder hat ihn Tine beim letzten Besuch mitgenommen?
Um einen Überblick zu behalten haben wir (auch wieder) eine geteilte Notiz, in der die ausgeliehenen Dinge entweder stehen, oder (noch besser) ein Foto der „Ausleiher“ mit dem ausgeliehenen Gegenstand zu sehen ist. – Suuuuuper praktisch, wenn man nicht das Gefühl bekommen möchte, man werde langsam senil. 😉

3. Checklisten

Es gibt Dinge, die muss man immer wieder im Leben machen, wie zum Beispiel beim einem Umzug die Änderung der eigenen Adresse an alle möglichen Unternehmen zu melden. Wer möchte denn da jedes Mal wieder neu überlegen, an wen man sich jetzt alles wenden muss?
Oder, nicht ganz so häufig: Man packt seinen Koffer für einen Besuch bei Freunden oder ein Seminar oder den Urlaub. Auch da hat man eigentlich schon oft genug vergessen etwas für die Gastgeber mitzunehmen oder den Schlafanzug einzupacken. Wäre es nicht schön, wenn man aus seinen Fehlern direkt lernen könnte?

Genau für solche Zwecke habe ich verschiedene Checklisten als jeweils eigene Notizen angelegt. Gerade jetzt, wo bei uns wieder mal ein Umzug ansteht ist es sehr beruhigend zu wissen, dass ich eigentlich an gar nichts mehr denken muss (also für die Adressänderung), sondern nur die Liste von oben nach unten durchgehen kann.
Für Reisen habe ich auch eine eigene Liste angelegt, auf der natürlich viel mehr steht, als ich für jede Reise brauche, aber wenn ich es eilig habe, kann es passieren, dass ich außer Deo, Zahnbürste und iPhone-Ladekabel alles zu Hause vergesse. 😉

4. Urlaubsplanung und -ausführung

Wo wir es gerade von Urlauben hatten. Nicht immer hat man am Urlaubsort Internet (man will ja schließlich auch abschalten). Da ist es echt praktisch, dass man in Evernote (Pro) manche Notizbücher als „Offline-Notizbuch“ markieren kann.
Wir planen also unseren Urlaub im Voraus und packen Screenshots von Landkarten, Ausschnitte von Touri-Websites, Kontaktadressen und Öffnungszeiten in ein Evernote-Notizbuch. Dieses Notizbuch wird in iPhone und iPad als Offline-Notizbuch markiert und schon haben wir selbst im Flugmodus alle nötigen Informationen und Landkarten dabei.

5. Zeitschriftenarchiv

Dieser Punkt ist wahrscheinlich eher für Pastoren praktisch. Wir lieben es Zeitschriften zu archivieren, weil wir vielleicht noch einmal diesen Artikel über die Gebetspraxis dieser Einsiedlermönche in Osteuropa für eine Predigt verwenden können. Der Haken dabei: Wer hat schon Platz für all diese Artikel?
Außerdem liebe ich es Einrichtungszeitschriften zu lesen um mich inspirieren zu lassen. Aber bis zum nächsten Umzug einen extra Keller dafür anzumieten ist auch eher unpraktisch.
Das Problem löst unser großes Küchenmesser in Zusammenarbeit mit unserem ScanSnap S1300i und Evernote.
Einfach die Zeitschriften zerschneiden (oder nur einzelne Seiten), einscannen und dann die PDF in Evernote importieren.
Das Besondere am Evernote-Archiv: Alle PDFs und Bilder werden durch eine OCR-Software gelassen, sodass ich gar keine Stichworte festlegen muss. Bei einer Suche nach „Gebet“ taucht der Artikel über die Mönche ganz automatisch wieder auf.

6. Betriebsanleitungen

Betriebsanleitungen sind nie zur Hand, wenn man sie braucht. Sie liegen irgendwo oder sind fein säuberlich in einem dicken Ordner im Büro archiviert. Aber ich bin nun einmal gerade in der Küche und mein Hamster hat beschlossen die Gießkanne über sich selbst zu schütten. Ich muss jetzt SOFORT wissen: Darf ich ihn jetzt in der Mikrowelle trocknen oder nicht? (Spoiler: Ich darf nicht!)
Mittlerweile hat fast jede Firma für ihre Geräte die Betriebsanleitung als PDF zum Download auf ihrer Homepage verfügbar. Und wenn nicht? Dann scanne ich sie einfach ein. In den Titel kommt der Name des Geräts und seine Beschreibung (z.B. Mikrowelle) und schon kann ich sie in Windeseile heraussuchen und unser lieber Teddy lebt noch ein paar Jahre glücklich weiter. 😉

7. Instagram-/Twitter-Archiv (etwas „nerdig“)

All die schönen Zitate bei Instagram und das falsche Wissen von faktastisch.net würde ja verloren gehen, wenn man sich diese quadratischen Bilder nicht archivieren könnte. Instagram bietet keinen direkten Download an und jedes Mal einen Screenshot machen ist irgendwie auch blöd. Zur Rettung eilt hier IFTTT und natürlich: Evernote.
Mit diesem einfachen „Rezept„, habe ich IFTTT beauftragt für jedes Foto, das ich bei Instagram als Favorit markiere, eine Notiz in meinem Instagram-Like-Notizbuch in Evernote zu erstellen.
Das Gleiche macht IFTTT mit meinen eigenen Instagram-Fotos und mit meinen Twitter-Favoriten (dann natürlich als Text-Notiz).
Vielleicht für die meisten im ersten Moment etwas sehr nerdig, aber man kann sich in IFTTT relativ einfach reinfuchsen.

 

Das waren jetzt also meine besten Verwendungsweisen von Evernote. Was würdet ihr noch zur Liste hinzufügen?

Comments are closed.