Vorsätze?

Ein neues Jahr hat angefangen und die klassische Frage wird gestellt: „Und? Was hast du dir denn vorgenommen?“
In den letzten Jahren gab es von mir auf diese Frage immer die gleiche Antwort: „Nichts.“
Der Grund dafür ist, dass ich mir nichts vornehmen wollte, das ich spätestens im Februar nicht mehr schaffe und dann frustriert bin. Darum am besten gleich nichts vornehmen.
„Aber, ist das der richtige Weg?“ Das habe ich mich an dem vergangenen Silvesterabend gefragt. Es kann ja eigentlich nicht angehen, dass ich mir nichts vornehme, nur weil ich Angst habe, es nicht zu schaffen und mich damit selbst zu „enttäuschen“.
Aber, was soll ich mir denn vornehmen? Abnehmen? Mehr Sport machen? Mehr Zeit mit Bine verbringen? Mehr Zeit mit Freunden verbringen? Mehr ins Studium reinhängen? Mehr lesen? Mehr kreativ tätig sein? Mehr…? Mehr…? Mehr…?
In diesem Jahr kommt viel auf mich zu:
– Ich werde meine B.A.-Arbeit fertig schreiben.
– Ich werde das Examen ablegen.
– Ich werde vermutlich umziehen.
– Ich werde in einen Beruf einsteigen.
– …
Was soll ich mir also für solch ein Jahr vor? Oder doch besser nichts? Reicht der Entschluss all das so gut wie möglich zu überleben?
Bei meinen Überlegungen habe ich mir dann doch etwas vorgenommen. Nichts Großes, aber doch etwas. Ich habe nämlich keine Lust mehr, mir im Prinzip vorzunehmen, auf der Stelle zu treten.
In diesem Sinne wünsche ich dir ein gesegnetes Jahr 2011, voll mit Erlebnissen und Herausforderungen, die dich weiter formen.

Sunday unplugged

Seit einigen Wochen probiere ich etwas Neues: einen „Sunday unplugged“.

Inspiriert hat mich die Aussage eines Marburger Juden, der den Sabbat (Freitagabend bis Samstagabend) als einen Tag sieht, an dem der Stecker (Telefon, TV, Computer, …) gezogen wird.

Jetzt bin ich nun einmal kein Jude oder Adventist und der Sabbat spielt für mich eine eher geringere Rolle, aber die Funktion des Sabbats auf den Sonntag zu übertragen und damit mein Leben etwas „langsamer“ zu leben, das schien mir doch wenigstens einen Versuch wert zu sein.

Und wie sieht so ein „Sunday unplugged“ aus?

1) Er geht von 18.00 am Samstag bis 18.00 am Sonntag.

2) Das Handy/Telefon wird nicht genutzt.

3) Der iPod wird nur zum Wecken benutzt.

4) Das MacBook ist aus.

5) Die Familie und Freunde stehen im Vordergrund (widerspricht manchmal Punkt 2, aber das ist nicht schlimm).

6) Ich habe Zeit zum Lesen.

7) Ich habe mehr Zeit für meinen Gott.

8) Punkt 1-7 sind keine Gesetze und dürfen/sollen auch ggf. „gebrochen“ werden.

Und was habe ich von diesem besonderen Sonntag?

– Ich verbringe die Zeit mit meiner Frau bewusster.

– Ich komme dazu lange und ausführlich in der Bibel zu lesen.

– Ich lese viel mehr in Zeitschriften/Büchern.

– Ich fühle mich ruhig und relaxed.

Die Herausforderungen, die dabei für mich bleiben sind:

– Nicht sofort um 18.00 wieder den Computer anschmeißen und alles nachholen, was ich „verpasst“ habe.

– Nicht in „Gesetzlichkeit“ verfallen, weil es sonst ein Krampf wird.

– Die Zeit wirklich nutzen und nicht den Sonntag so „dahin dümpeln“ lassen.

Ob der „Sunday unplugged“ wirklich das hält, was er für mich verspricht, das werde ich wohl erst in ein paar Monaten sagen können. Im Moment tut er mir einfach nur gut.

Glaube und Musik

Zum Geburtstag habe ich mir dieses Jahr unter anderem das Buch „Blue Like Jazz“ von Donald Miller schenken lassen. Es wurde mir zwar irgendwo empfohlen, aber dass es mich so inspirieren würde, habe ich nicht erwartet.

Don Miller hat zu einem gewissen Teil meinen eigenen Weg im Glauben nachgezeichnet und ein Bild gemalt, wie es vielleicht weiter gehen könnte. Natürlich beschreibt das Buch sein eigenes Leben und ich hatte kein einziges dieser Erlebnisse, aber die Erkenntnisse, die er daraus gewonnen hat, kamen mir teilweise doch sehr bekannt vor.

Sehr fasziniert hat mich auch seine Art Dinge auszudrücken und so will ich euch seinen Glaube-Jazz-Vergleich nicht vorenthalten:

I was watching BET one night, and they were interviewing a man about jazz music. He said jazz music was invented by the first generation out of slavery. I thought that was beautiful because, while it is music, it is very hard to put on paper; it is so much more a language of the soul.  It is as if the soul is saying something, something about freedom. I think Christian spirituality is like jazz music. I think loving Jesus is something you feel. I think it is something very difficult to get on paper. But it is no less real, no less meaningful, no less beautiful.
The first generation out of slavery invented jazz music. It is a music birthed out of freedom. And that is the closest thing I know to Christian spirituality. A music birthed out of freedom. Everybody sings their song the way they feel it. everybody closes their eyes and lifts up their hands.

(Don Miller)

Leben in der Slow Lane – 01

Wenn ich so auf mein Leben schaue und den Menschen um mich herum zuhöre, wenn sie reden, dann fällt mir auf, dass wir ein Problem damit haben, dass alles immer schneller, besser und mehr werden muss.

Ich merke, dass ich irgendwie gestresst durch mein Leben gehe. Dass Stress da ist, zeigt mir mein Körper auf vielfältige Art und Weise (Augenzucken, sehr kurze Aufmerksamkeitsspannen, Müdigkeit, …).
Die Frage, die ich mir schon seit Monaten/Jahren stelle (und vermutlich auch noch die nächsten Jahre stellen werde) ist: Wie kann ich den Stress reduzieren?

Ein anderer Blogger hat sich Gedanken zu diesem Thema gemacht und einige gute Punkte zu einem Leben in der „Slow Lane“ geschrieben. Natürlich ist dieser Artikel nicht das Allheilmittel für mein Problem, auch wenn hier scheinbar die wichtigsten Schritte zur „Heilung“ präsentiert werden. Aber ich habe mir einige nette Hinweise daraus gezogen (aber Vorsicht, nicht dadurch wieder Stress aufbauen).

Schon vor Monaten habe ich das Buch „Der Weg zum Wesentlichen“ von Stephen R. Covey durchgearbeitet, in der Hoffnung mit einer besseren Zeitplanung das Leben zu „entschleunigen“. Dadurch wurde ich zwar effektiver, aber so wirklich stressfreier ist mein Leben nicht geworden (ich kann jetzt eben noch mehr in der gegebenen Zeit erledigen).

Außerdem versuche ich schon länger  mein Leben mit ToDo-Listen in den Griff zu bekommen. Irgendwie werden sie aber immer zu lange. Lange ToDo-Listen demotivieren mich, was dazu führt, dass ich eben nichts mache, anstatt wenigstens ein paar Dinge.

Vor über einer Woche habe ich dann einmal alle Dinge aufgeschrieben, die ich gerne machen oder können würde, um wenigstens einmal einen Überblick zu haben. Die Hoffnung war, dass ich dadurch mein Leben vielleicht besser sortiert bekomme, aber es wurde praktisch noch schlimmer (die Liste ist uuuunglaublich lange geworden).

So bin ich also auf einer Art Reise zu einem stressfreieren Leben, wobei ich das Gefühl habe, dass ich noch am Überlegen bin, was so alles in den Rucksack kommt. Aber immerhin. ;)

Meine Hoffnung ist, dass ich durch meine ganzen Überlegungen meinem Ziel immer näher komme.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich diesen Blogeintrag verfasst habe, in dem alles irgendwie nur kurz angerissen ist?
Ich habe vor in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten immer wieder darüber zu berichten, was ich auf meinem Weg zur „Slow Lane“ so unternehme. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen von euch. Mir wird es auf jeden Fall helfen, weil ich meine ganzen Schritte (und Packüberlegungen ;) ) dadurch noch mehr durchdenken muss.

The Season of Stuff

minimalmac:

In a few days, the Season of Stuff will officially begin. During this season, we are actively encouraged to get more stuff, buy more stuff, give stuff to those we “love”, and be thankful for the stuff we have.

This Friday, for instance, sellers of stuff will drop prices to all time lows in order to make it easier for you to give and receive this stuff. Of course, this is in the hopes that the money saved on this stuff will encourage you to buy other non-discounted stuff. You know this, of course, right? You cherry pick the cheap stuff and leave the other stuff for the suckers, right? Of course you do…

All of this stuff will generate a bunch of stuff to be thrown away or recycled. Wrapping, packaging, spent gift cards – they all have to end up somewhere. Not to mention all of the stuff we had to build and machines we run in order to make the stuff we give and receive.Then once the season is over, in fact the very next day, comes the inevitable stuff we have to return (for cash to buy stuff if you have the receipt, exchange for different stuff if not).

Just try to remember that there are plenty of ways to deal with this stuff. You can pledge to get rid of an amount of stuff equal to the amount you receive. You can let those who love you know that you do not want more stuff but want something less tangible instead (breakfast in bed, money for a favorite charity, etc.). Ask for specific stuff you really truly need that will add years of value to your life on a daily basis… and stuff. The point is, control the stuff. Don’t let the stuff control you.